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Lentikulardruck

auch Wackelbilder, Mehrphasenbilder, Wechseleffekt, Motioneffekt, Morphingeffekt

Unter dem Begriff Lentikulardruck wird die Herstellung von Wackel-/ Wechseleffekten, Motion-, Morphing- oder 3-D-Effekten auf Druckprodukten verstanden. Diese besondere Art der Veredelung erzeugt einen je nach Betrachtungswinkel anderen Sinneseindruck beim Betrachter und erregt in hohem Maße Aufmerksamkeit.

Technischer Hintergrund

Beim Lentikulardruck werden kombinierte Bildinformationen („interlaced“) hinter einer Lentikular- oder Linsenrasterfolie aufgebracht. Man kann sagen, dass diese stabförmigen Linsen je nach Betrachtungswinkel verschiedene Bildinformationen „herausfiltern“. Physisch betrachtet erreicht nur genau die Lichtmenge das Auge, welche orthogonal zur Tangente des jeweiligen Betrachtungswinkels der Linse remittiert wird. Alle anderen Bildinformationen in Form von Lichtwellen werden, da sie nicht im rechten Winkel auf den Linsenquerschnitt treffen, unter einem vom Brechungsindex des Linsenmaterials abhängigen Winkel abgelenkt.

Wirkung

Durch die Bewegungen beim Halten des Lentikularbildes ändert sich ständig der Betrachtungswinkel. Dadurch rezipiert der Betrachter auf ein und derselben Fläche unterschiedliche Bildinformationen. Durch die Kombination einer Bildsequenz, die von einem sich bewegenden Objekt gemacht wurde, lässt sich dieser Bewegungseffekt andeuten, wodurch die Aufmerksamkeit des Betrachters verstärkt auf das Objekt gelenkt wird.

Einsatzmöglichkeiten

Lentikular- bzw. Mehrphasenbilder eignen sich in ihren Grenzen sehr gut zur Erregung von Aufmerksamkeit bei Werbe- oder Reklamezwecken. Durch seine natürlichen Bewegungen rezipiert der Betrachter auf gleichem Raum unweigerlich doppelt so viele Bildinformationen, als das beim konventionellen Druck der Fall ist. Zudem kann ein unterbewusster Reflex des Menschen ausgenutzt werden: Ändert oder bewegt sich ein Detail unvorhergesehen in unserem Gesichtsfeld (so wie es z.B. beim Vorbeigehen an dem Produkt geschieht), so sind wir durch einen Reflex gezwungen, dieses zu fokussieren. Lentikularbilder lassen sich prinzipiell auf alle ebenen Oberflächen aufbringen. Sie haben den Vorteil, dass sie keinerlei weitere Hilfsmittel, wie z.B. Brillen, bedürfen. Lediglich die Auflösung muss verfahrenstechnisch bedingt entsprechend größer sein als bei konventionellen Drucken. Beim 2-Phasen-Wechselbild müssen u.a. doppelt so viele Punkte je Längeneinheit gedruckt werden, da nur die Hälfte der Bildpunkte an das Auge gelangt.

Grenzen

Auf Grund dieser erhöhten Auflösung und der Tatsache, dass nicht jeder Bildpunkt das Auge erreicht, ergibt sich auch eine Grenze des Verfahrens. Sehr feine Linien sind schwer darstellbar. Außerdem muss mit sehr exakten Passern gearbeitet werden, da sonst unerwünschte Effekte (z.B. Geisterbilder) entstehen. Nur ein Bruchteil des remitterten Lichts erreicht durch Brechung an den Linsenoberflächen in alle Raumwinkel das Auge. Dies vermindert die wahrnehmbare Farbbrillanz.

Kosten

Für die Produktion hochwertiger Lentikularbilder sind weniger technische Besonderheiten, als vielmehr geschulte Fachkräfte nötig. Das Verfahren bietet jedoch dem Druckbetrieb die Möglichkeit, seine Arbeit auf dem schwierigen Markt mit einem erheblichen Mehrwert zu versehen.

 

 

Quellen und weiterführende Informationen

[1] Internetpräsenz der Pinguin Druck GmbH, Abruf am 15.12.2010 um 18:23 Uhr

[2] Beckmann, Till; Morlok, Franziska: "Extra. Enzyklopädie der experimentellen Druckveredelung"; 1. Auflage 2009, Birkhäuser Verlag

[3] Artikel aus der Zeitschrift „PublishingPraxis“: Lentikulardruck: Viel Know-how in Vorstufe und Druck. Ausgabe 11/12 2009, Ulm: Deutscher Drucker Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, 2009)

[4] Webseite Vogt Foliendruck GmbH

 

Letzte Änderung: 3.2.2014
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