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Leuchtfarbe

auch nachleuchtende Farbe, Glow-in-the-Dark

Leuchtfarbe ist die Bezeichnung für eine Beschichtung von Oberflächen, die eine höhere Lichtintensität emittieren, als auf sie eingestrahlt wurde. Es gibt in der Druckindustrie Tages- und Nachleuchtfarbe. Der Unterschied besteht darin, dass Tagesleuchtfarben bei Tageslicht den wahrgenommenen Helligkeitseindruck erhöhen, Nachleuchtfarben dagegen emittieren selbst Licht.

Technischer Hintergrund

Leuchten Stoffe nach Ende des Lichteinfalls länger als eine Tausendstelsekunde nach, so spricht man von fluoreszierenden Stoffen. Tagesleuchtfarben wandeln mittels Fluoreszenz die kurzwelligen, ultravioletten Anteile des auf sie gestrahlten Lichtspektrums in langwelligere Anteile um. Dies geschieht dadurch, dass Elektronen durch UV-Strahlung dazu angeregt werden, ein höheres Energieniveau einzunehmen. Sobald sie nicht mehr mit Energie versorgt werden, fallen sie auf das Ausgangsniveau zurück und senden ihre überschüssige Energie in Form von Photonen aus. Es entsteht somit der Eindruck, dass die beschichteten Objekte im Vergleich zu ihrer Umgebung heller sind.

Nachleuchtfarben haben die Eigenschaft, die Energie einfallenden Lichtes zu speichern und diese zeitverzögert durch Phosphoreszenz wieder in Lichtenergie abzugeben. Sie sind selbstleuchtend (Autoluminophore).

Wirkung

Mit derartigen Spezialfarben beschichtete Oberflächen wirken in der Regel heller als ihre Umgebung, wodurch ihnen eine erhöhte Aufmerksamkeit zukommt. Bei Nachleuchtfarben gilt dies im Dunkeln natürlich unabhängig von den Lichtverhältnissen in der Umgebung. Der Effekt tritt bei Tagesleuchtfarben verstärkt bei trüben Lichtverhältnissen, also einem blaulastigen Lichtspektrum, auf.

Einsatzmöglichkeiten

Durch den helleren Eindruck und die damit verbundene erhöhte Aufmerksamkeit werden Tagesleuchtfarben oft auf Signalschildern an Baustellen, die man von weitem sehen können soll, eingesetzt. Nachleuchtfarben dagegen sind weit verbreitet bei der Beschichtung von Oberflächen, die auch im Dunkeln sichtbar sein sollen, so z.B. Schilder für Fluchtwege, Ziffernblätter auf Uhren oder Skalen von Messgeräten.

Grenzen

Tagesleuchtfarben sind und bleiben Druckfarben, die nicht selbst leuchten, sondern Licht nur remittieren. Für ihre Betrachtung ist also Lichteinfall nötig. In ihrer Verarbeitung verhalten sie sich mit 5 μm Pigmentdurchmesser wie konventionelle Druckfarbe. Sie sind gegen äußere Einflüsse weitestgehend resistent. Bei Nachleuchtfarben sollte lediglich ein längerer Kontakt mit Wasser oder Luftfeuchtigkeit vermieden werden. In der Regel sind die wasserbasierten Farben unbedenklich für die Gesundheit.

 

 

Quellen und weiterführende Informationen

[1] Hille, Frauke Helene: Veredelungsmöglichkeiten und Spezialeffekte für Bücher und Broschuren; DIPLOMARBEIT, Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (FH),Fachbereich Medien, Studiengang Verlagsherstellung, 2008)

[2] Informationsmaterial der Kremer Pigmente GmbH & Co. KG, 26.01.2011, 21:44 Uhr

Letzte Änderung: 2.10.2015
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