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Glitterlack

auch Glitzerlack, Flitter, Glitter, Glimmer

Es handelt sich bei Glitterlack um einen UV-härtenden Lack, dem Polyesterteilchen, sogenannte „Glitter“, beigemischt sind. Hauptsächlich verwendet man Silber-, Gold- und Irisglitter.

Technischer Hintergrund

Die Glitterpartikel haben eine Größe zwischen 50 µm und 400 µm und reflektieren je nach ihrer Farbe, Menge und Größe das Licht.

Um eine gewisse Schichtdicke und einen gleichmäßigen Auftrag der Partikel zu erreichen, wird der Glitterlack im Siebdruckverfahren aufgebracht. Es ist keine besondere Ausstattung der Druckmaschine erforderlich, da dieses Verfahren nicht inline durchgeführt wird.

Wirkung

Diese Lacke werden nicht nur zum Glitzern eingesetzt. Durch transparente Teilchen lässt sich auch eine Verstärkung der darunterliegenden Farbe erreichen. Auch die Helligkeit der Untergrundfarbe ist sehr entscheidend. Durch einen dunklen Hintergrund lässt sich der Glitzereffekt noch erhöhen. Auf einer hellen Fläche nimmt man die Glitzerpartikel als dunkle Punkte wahr.

Einsatzmöglichkeiten

Die Glitterlacke lassen sich am besten auf gestrichenen und glatten Papieren verarbeiten. Aber auch Folien aus PVC  oder ähnliche Kunststoffe wie Priplak (spezielle Form des Polypropylens/ PP) und Kartonagen lassen sich damit bedrucken. Der Lack trägt leicht auf, daher ist eine höhere flächenbezogene Masse bei der Materialauswahl zu empfehlen.

Grenzen

Mit einem zu groben Glitterlack lassen sich keine feinen Linien oder scharfen Kanten drucken. Je detailreicher das Motiv ist, desto feiner muss der Glitter gewählt werden.

Bei ungestrichenen Papieren sollte im Vorfeld ein Testdruck gemacht werden, da sie sich für diese Veredelungsvariante schlecht eignen.

Besondere Vorsicht ist bei der Weiterverarbeitung geboten. Durch eine hohe Schichtübertragung müssen die Stapel für das Schneiden oder Stanzen gering gehalten werden, da sonst Abdrücke entstehen können. Generell sollte nur einseitig gedruckt werden. Auch randabfallende Drucke sollten vermieden werden, da es sonst zu Absplitterungen beim Beschnitt kommen kann.

Außerdem sollte sich kein Lack in den Bereichen von Nut-, Rill- und Schneidlinien befinden.

Ein anschließendes Verkleben oder Bedrucken ist nicht möglich.

Kosten

Der Preis richtet sich nach Art und Größe der Partikel. Natürlich spielen Vorlage und Auflage auch eine große Rolle. Allgemein sind die Kosten für dieses Verfahren im mittleren Preissektor angesiedelt.

 

 

Quellen und weiterführende Informationen

[1] Hille, Frauke Helene: Veredelungsmöglichkeiten und Spezialeffekte für Bücher und Broschuren; DIPLOMARBEIT, Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (FH),Fachbereich Medien, Studiengang Verlagsherstellung, 2008

[2] Murvai, Géza; Ober, Juliane; Bundesverband Druck und Medien e. V.(Hrsg.): „Inline veredeln im Bogen- und Endlosdruck“, 2007 Print & Media Forum AG, Wiesbaden

[3] Beckmann, Till; Morlok, Franziska:“Extra: Enzyklopädie der experimentellen Druckveredelung“; 1.Auflage 2009, Birkhäuser Verlag

[4] Webseite Vogt Foliendruck GmbH

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