zum Inhalt springen

Laminieren

auch Einsiegeln

Unter Laminieren oder Einsiegeln versteht man das beidseitige Kaschieren eines Materials mit Folie.

Eingesiegelte Objekte sind optimal vor Verschmutzung und Feuchtigkeit geschützt. Sogar die Hygienestandards der medizinisch-technischen und pharmazeutischen Bereiche können damit eingehalten werden. Die Oberfläche der Laminierung kann unterschiedlich gestaltet sein; möglich sind brillanter Glanz, eine mattierte Oberfläche oder reflexionsfreie Strukturen.


Technischer Hintergrund

Bei der Laminierung wird in einem Durchlaufverfahren unter Druck- und Wärmeeinwirkung ein doppelseitiger vollflächiger Verbund zwischen Printprodukt und Folie erzielt. Es kommen unterschiedlich dicke Folien hauptsächlich aus Polyester zum Einsatz. Die Gesamteinsiegelungsdicken können beim Endprodukt zwischen 0,052…0,500 mm zuzüglich der Papierdicke liegen. Die variable Kombinationsmöglichkeit zwischen Foliendicke und flächenbezogener Masse des Papiers erlaubt sowohl flexible, noch rollbare, als auch steife und stabile Endprodukte.

Mögliche zusätzliche Ausstattungen bei der Einsiegelung sind: variabler umlaufender Rand oder randlose Verarbeitung, transparenter Abheftrand, runde oder spitze Ecken, Konturenstanzungen, Lochbohrung, Ösen, Wire-O-Bindungen und verschiedene Sicherheitsmerkmale, daneben auch aufgespendete Etiketten.

Wirkung

Die optische Wirkung ist beim Laminieren davon abhängig, ob eine glänzende oder eine matte Folie verwendet wurde. Glänzende Folien verstärken die Wirkung der Druckfarben durch ihre glanzvolle Oberfläche, matte Folien verringern die Lichtreflexion auf der Oberfläche durch ihre etwas aufgeraute Struktur und sorgen damit für eine angenehmere Lesbarkeit des Druckbilds. Die Farbwirkung, die der Betrachter wahrnimmt, wird aber gleichzeitig etwas abgeschwächt, es entsteht der typische edle, matte Oberflächeneindruck.

Die Laminierung schützt die Oberfläche vor Abrieb, Verschmutzung und Feuchtigkeit. Da das Papier von beiden Seiten komplett eingesiegelt ist, ist die Schutzwirkung des Bedruckstoffes vor Feuchtigkeit bei dieser Veredelungsart optimal.

Einsatzmöglichkeiten

Die Laminierung kommt nur sehr selten in der klassischen Buchproduktion vor. Ihr Haupteinsatzgebiet liegt bei Landkarten und Plänen aller Art, die vor Witterungseinflüssen geschützt werden sollen. Auch haltbare und knickstabile Ordnerblätter können hergestellt werden (Bürobedarf), beispielsweise für Mustermappen u.ä. Ein weiteres Einsatzgebiet sind Speisekarten, die häufig mit Getränken in Kontakt kommen.

Grenzen

Für eine Laminierung kommen Papiere mit einer flächenbezogenen Masse zwischen 115...350g/m2in Frage.

Die besten Laminierergebnisse bringen gestrichene Papiere, optimal sind gussgestrichene. Ungestrichene Papieroberflächen sind zwar laminierbar, aber ihre Oberflächenstruktur zeichnet sich nach dem Laminieren auf der Folie ab. Dies kann interessant aussehen, aber auch in vielen Fällen unschön, weshalb im Zweifelsfall eine vorherige Testkaschierung empfehlenswert ist, um sich ein Urteil zu bilden.

Kosten

Bei den meisten Veredelungsdienstleistern sind die Materialkosten für die Laminierfolien oft relativ hoch.

 

 

weiterführende Informationen

// Hille, Frauke Helene: „Veredlungsmöglichkeiten und Spezialeffekte für Bücher und Broschuren“; Diplomarbeit; Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (FH); Fachbereich Medien; Studiengang Verlagsherstellung; Leipzig 2008

// Liebau, Dieter; Heinze, Inés: „Industrielle Buchbinderei“; 3. Auflage; Verlag Beruf + Schule, Itzehoe 2010

// Beckmann, Till; Morlok, Franziska: „Extra: Enzyklopädie der experimentellen Druckveredelung“; 1. Auflage; Birkhäuser Verlag; Basel 2009

// Website Achilles

Logo: Zertifikat seit 2010 audit familiengerechte hochschule   Logo Member of European University Association   Deutschland STIPENDIUM wir sind dabei