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Laserschneiden

Das Laserschneiden von Papier wird dort eingesetzt, wo dem herkömmlichen Stanzen Grenzen gesetzt werden. Es ist möglich, feinste filigrane Motive wie Federstriche, dünne Verästelungen etc. auszulasern. Neben der Bezeichnung „Laserschneiden“ wird das Verfahren auch noch „Laser Cut”, „Filigran-Laser” oder „Laserbrennen” genannt.

Technischer Hintergrund

Es werden grundsätzlich zwei Verfahren unterschieden. Im „digitalen Verfahren“ wird der Laserstrahl ähnlich einem Plotter entlang einer Kontur geführt. Beim eher seltenen „analogen Verfahren“ wird für die Bearbeitung des Papiers eine Schablone aus Kupfer positioniert. Das Papier und die Schablone werden dann unter einem permanenten Laserstrahl hindurch geführt. An den Stellen, an denen der Laser die Kupferschablone durchdringen kann, wird das darunter liegende Papier rückstandslos verbrannt.

Bei der Bearbeitung entstehen im Papier Temperaturen von ca. 1600 °C. So wird ein präzises und konturgenaues Ausbrennen des Motives realisiert.

Wirkung

Durch Lasern lassen sich optisch sehr feine Konturen und eine gute Randschärfe von Elementen wie kleiner Schrift und dünnen Linien umsetzen. Selbst im Detail wirken die mit diesem Verfahren hergestellten Motive sehr edel und als etwas Besonderes.

Einsatzmöglichkeiten

Die Einsatzmöglichkeiten ähneln dem des Stanzen. Motive sind aber in einer viel feineren Ausführung realisierbar. Aufgrund der Feinheit der Elemente und der sehr guten Randschärfe gibt es bei der Motivwahl nahezu keine Einschränkungen. Heutzutage findet dieses Verfahren in der Veredelung von exklusiven Glückwunschkarten, Briefbögen, Zertifikaten, Visitenkarten, Mailings etc. seine Anwendung.

Grenzen

Es ist darauf zu achten, dass beim konventionellen Laserschneiden auf der Rückseite des Papiers an den gelaserten Stellen feine Brennspuren entstehen. Minimieren lassen sich diese Effekte durch Verwendung eines farbigen Papiers bzw. Druck einer farbigen Fläche. Am besten sind farbige Naturpapiere geeignet. Durch eine Stickstofffüllung der Laserkabine lassen sich Brennspuren vermeiden.

Wie beim Stanzen wird durch Laserschneiden größerer Flächen die Stabilität des Materials beeinflusst. Es sind abstehende Ecken und Kanten zu vermeiden, da diese schnell abreißen können. Beim Lasern von Schrift sollte beachtet werden, dass die Binnenräume einzelner Buchstaben durch Stege gehalten bzw. positioniert werden. Des Weiteren sollten die Lasermotive nicht in der Nähe von Falzkanten positioniert werden. Die kleinste darstellbare Linie liegt je nach Materialdicke zwischen 0,3 mm (Papiere mit 80...290 g/m2) und 0,5 mm (Papiere mit 300...800 g/m2).

Kosten

Für kleinere Auflagen eignet sich das „digitale Verfahren“ hervorragend, da keine Werkzeugkosten anfallen. Die Kosten für die Verarbeitung setzen sich allgemein aus der Größe des Motivs bzw. Gesamtlänge der Schnittlinien, der Papierdicke und der Auflagenhöhe zusammen. Die Stundenleistung des Lasers wird beeinflusst vom Motiv und der Dicke des Materials; je größer die Gesamtlänge der Schnittlinien und je dicker das Papier ist, umso länger dauert letztendlich die Verarbeitung.

 

 

Quellen und weiterführende Informationen

[1] Hille, Frauke Helene: Veredlungsmöglichkeiten und Spezialeffekte für Bücher und Broschuren; DIPLOMARBEIT, Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (FH),Fachbereich Medien, Studiengang Verlagsherstellung, 2008

[2] Webseite Druckerei Schroeder GmbH & Co. KG

Letzte Änderung: 5.2.2014
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