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Flächenperforation

auch Fractal Card®

Das spezielle Stanzperforationsverfahren wird unter dem Markennamen Fractal Card ®  exklusiv von der Firma König Konzept angeboten. Es ermöglicht eine neue Form der Transparenz. Das Verfahren bewirkt eine Vollflächenperforation in Form eines Flächenrasters, die nur mit einer speziell entwickelten Präzisionsmaschine durchgeführt werden kann.

Technischer Hintergrund

Die Stanzperforation entsteht durch in Reihe angeordnete Stanzwerkzeuge und hohle Gegen­werkzeuge, die in der Regel einen runden Querschnitt von 1,0...2,5 mm Durchmesser aufweisen. Die Werkzeuge innerhalb einer Reihe sind nicht individuell ansteuerbar, stanzfreie Bereiche können nur durch Ausbau von Werkzeugen entstehen.

Die Werkzeuge ermöglichen eine gratfreie Lochung von Papier, Karton, Pappe, Leder, Kunststoff und Holzfurnier. Die Perforation sowohl von Bogen- als auch Rollenware ist möglich. Die maximale Bogen- bzw. Rollenbreite beträgt 100 cm.


Das zu lochende Material wird unter dem Werkzeug entlang geführt, die Stanzabfälle werden abgesaugt. Die Werkzeuge sind ein- bis vierreihig angeordnet. Jedoch ist es nur bei Nutzung einreihiger Werkzeuge möglich mehrere Lagen zu verarbeiten.

Abhängig von Werkzeug und Material ist eine Bearbeitung von flächenbezogenen Massen zwischen 80…1.000 g/m² möglich. Höhere Materialstärken verringern die Standzeit und machen häufigeres Nachschleifen notwendig.

 

Die Art des Vortriebs bringt es mit sich, dass der Lochabstand in Vortriebsrichtung minimalen Schwankungen unterliegt, außerdem ist keine völlige Parallelität der Lochreihen zu den Bogenkanten gegeben.

 

Wirkung

Vollflächige Lochung interpretiert das Thema Transparenz neu. Sehr schöne Wirkungen können erzielt werden, wenn die perforierte Fläche mit kontrastreichen oder spiegelnden Materialien hinterlegt wird oder mit einem zweiten gelochten Bogen, wodurch holografieähnliche Effekte erzielt werden. Flächenperforierte Bogen überzeugen durch Leichtigkeit, technische Verspieltheit, die Wirkung von Licht und Schatten. Bei Druckanwendungen bietet es sich an, den gelochten und den Folgebogen mit dem gleichen bzw. einem sich ergänzenden Motiv zu bedrucken, wobei kleine Schriftgrößen vermieden werden sollten.

Einsatzmöglichkeiten

Vollflächig perforierte Bogen können insbesondere bei Broschurumschlägen, Präsentationsmappen, Displays und Verpackungen zum Einatz kommen. Der ungewöhnliche optische Effekt erweckt Aufmerksamkeit. Durch die starke Eigenwirkung kann auf Druck und weitere Veredlungen oft gänzlich verzichtet werden. Außerdem verändert die Lochung der Oberfläche die Haptik der Materialien oft verblüffend. Grundsätzlich empfiehlt sich, Bogen erst zu drucken und danach zu perforieren. Heißfolienprägung ist üblicherweise problemlos, die Folie reißt in den Löchern sauber ab.

Grenzen

Vollflächige Perforation erfordert, dass im kreativen Prozess von Anfang an die Besonderheiten des Verfahrens bedacht werden. Insbesondere ist zu berücksichtigen, dass zwar unperforierte Korridore von Bogenkante zu Bogenkante möglich sind, aber keine isolierten Flächen. In einem nach dem Bearbeiten erzeugten Bogenstapel liegt keine Deckungsgleichheit der Löcher vor. Die nachträgliche maschinelle Verarbeitung wird erschwert oder unmöglich, wenn mit Saugluft vereinzelt oder gefördert wird. Für nachträgliches (Kontur-)Stanzen wird die Verarbeitung im Tiegel empfohlen. Beim Offsetdruck perforierter Bogen ist es unvermeidlich, dass Farbe auf dem Gummituch bleibt. Bei kleinen Auflagen bietet es sich daher an, nach jedem perforierten Bogen einen Makulaturbogen laufen zu lassen, der das Gummituch reinigt. Generell empfiehlt sich, erst zu drucken und dann zu perforieren.

Kosten

Die Werkzeugkosten für neue Lochbilder sind sehr hoch und nur bei sehr großen Auflagen zu rechtfertigen. Bei der Verwendung existierender Lochbilder setzen sich die Kosten aus dem Einrichten der Maschine und dem Perforationspreis pro Bogen zusammen. Die Ausschussquote ist minimal. Kalkulationsrelevant ist die Laufzeit der Maschine. Da deren Arbeitsbreite 100 cm beträgt ist es angeraten, Bogen von 100 cm Breite zum Einsatz zu bringen, da geringere Arbeitsbreiten mit der gleichen Laufzeit verbunden sind. Durch die starke Eigenwirkung der perforierten Oberfläche kann meist auf teure Veredlungen und Druck verzichtet werden, außerdem werden auch preislich günstige Materialien durch Perforation stark aufgewertet.

weiterführende Informationen

// Hille, Frauke Helene:”Veredelungsmöglichkeiten und Spezialeffekte für Bücher und Broschuren”;Diplomarbeit;Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (FH); Fachbereich Medien; Studiengang Verlagsherstellung; Leipzig 2008

// König, Alfred: Anfragen unter www.koenig-konzept.com

Letzte Änderung: 30.10.2014
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