Hologrammfolien

auch Prägehologramm, Prägeholografie

Durch Hologramme können ein oder mehrere Motive, aber auch Endlosmuster mit außergewöhnlicher Tiefenwirkung abgebildet werden. Die dabei typischen dreidimensionalen Effekte sind auf Lichtbrechungen innerhalb der Hologrammfolien zurückzuführen.

Das Applizieren der holografischen Motive erfolgt mittels spezieller Hologrammfolien für Heißfolienprägung und Kaltfolientransfer, aber auch als Kaschierfolie oder Selbstklebeetikett. Dazu muss zunächst
das Motiv auf die jeweilige Folie übertragen werden. Neben dem Veredeln von Produkten spielt der Einsatz von Hologrammen für die Fälschungssicherheit eine wesentliche Rolle.

realisiert durch KAMA ProCut 53

Technischer Hintergrund

Schwerpunkt dieser Veredelungstechnik wird in der Herstellung der holografischen Motive und der Herstellung entsprechender Folien, mit denen die Effekte auf einen Bedruckstoff übertragen werden können, gesehen. Der eigentliche Veredelungsvorgang kann dem Heißfolienprägen, Kaltfolientransfer oder Kaschieren zugeordnet und im Lexikon an der jeweiligen Stelle nachgelesen werden.

Als Grundlage für die Herstellung der Hologramme dienen mit Laserlicht (monochromatisches Licht) erzeugte Aufnahmen von zweidimensionalen Grafiken oder von realen dreidimensionalen Objekten. Die dabei entstehenden Lichtwellen-Interferenzmuster enthalten sämtliche Informationen über Form und Lage des Objekts.

Man unterscheidet dabei zwei Verfahren: Die Elektronenstrahllithografie, kurz E-BEAM, ist ein relativ aufwendiges Verfahren, das aber eine große Fälschungssicherheit garantiert. Sie erlaubt eine Nanostrukturierung, bei der Texte so minimiert dargestellt werden können, dass diese nur mit Hilfe von Spezial-Mikroskopen sichtbar gemacht werden können. Das Dot-Matrix-Verfahren ermöglicht ebenfalls Sicherheitsmerkmale, aber in einer geringeren Auflösung. Hier werden die Darstellungen mittels Punktstruktur ermöglicht.

Der entstandene holografische Fototräger lässt sich in einen Prägestempel mit einer Mikrostruktur umsetzen. Diese Struktur wird in eine Lackschicht auf der späteren Präge- oder Kaschierfolie abgeprägt. An dieser Struktur bricht sich später das Licht und erzeugt den holografischen Effekt. Die Lichtstrahlen werden von dem geprägten Mikrorelief in ihre Spektralfarben zerlegt.

Es gibt verschiedene Arten von Hologrammen. 2D-Hologramme basieren auf einer zweidimensionalen Grafik. Die räumlichen Effekte bei 2D-/ 3D-Hologrammen ergeben sich durch gestaffelte Anordnungen von mehreren zweidimensionalen Motiven in verschiedenen Ebenen. Die Anordnung wird dabei so vorgenommen, dass das Hauptmotiv auf der Bildebene im Vordergrund platziert wird. Bildmotive, die eher diffuser erscheinen sollen, werden dementsprechend weiter hinten in den Bildebenen platziert. 3D-Hologramme entstehen als Abbild von realen dreidimensionalen Objekten. Sie benötigen zur Betrachtung gerichtetes Licht, damit das holografisch aufgenommene Objekt scharf erscheint. Dot-Matrix-Hologramme bestehen aus
einer Anordnung von Rasterpunkten, die das Licht in unterschiedlichen Winkeln brechen. Bei Endloshologrammen sind die holografischen Strukturen endlos angelegt und können so ohne festgelegte Anordnung übertragen werden. Es wird dann auch von Diffraktionsfolien gesprochen.

Wirkung

Durch bestimmte Einfallswinkel des Lichtes entsteht die markante dreidimensionale Wirkung des Motivs oder Schriftzuges. Neben seinem auffälligen Erscheinungsbild kann das Hologramm zudem Verblüffung hervorrufen, wenn das Bild durch leichtes Bewegen animiert wirkt. Sichtbare und verborgene Merkmale werden bei hohen Ansprüchen zumeist kombiniert eingesetzt. Je nach Neigungswinkel des Hologramms und dem damit veränderten Lichteinfall werden unterschiedliche Motive sichtbar. Durch die Komplexität des Hologramms können diese unterschiedlich viele Ebenen enthalten, die sich überlagern.

Einsatzmöglichkeiten

Hologrammfolien werden neben der Steigerung der Attraktivität eines Erzeugnisses häufig für dessen Produktschutz und Fälschungssicherheit eingesetzt, unter anderem bei Eintrittskarten, Geldscheinen, Zertifikaten oder Verpackungen. Neben Karton und Papier lassen sich auch andere Materialien mit der Hologrammfolie ausstatten, wie es zum Beispiel auf Chipkarten zu sehen ist.

Je nach Beschaffenheit der Hologrammfolie erfolgt ihre Übertragung auf einen Bedruckstoff im Rahmen des Heißfolienprägens oder Kaltfolientransfers oder als Kaschierung mit den für die Verfahren typischen Anwendungen.

Grenzen

Je nach Applikationsverfahren liefern Bedruckstoff und Motiv auch jeweilige Einschränkungen in der Motivwiedergabe.

Kosten

Die Kosten für Hologramme muss man nach ihrer Herstellung unterscheiden. E-BEAM Hologramme bieten zwar einen absoluten Sicherheitsschutz, aber sie erfordern auch leistungsfähige Rechner, sodass die Kosten der Vorstufe erheblich gesteigert werden. Dot-Matrix Hologramme dagegen sind eine preisgünstigere Variante, bieten aber einen nicht ganz so hohen Standard.

 

 

weiterführende Informationen

// Böcher, Hans-Georg (Hrsg.): „Prägefoliendruck, Verfahren, Technik und Gestaltung“; Arbeitskreis Prägefoliendruck; Hüthing GmbH&Co.KG; Heidelberg 2005

// Beckmann, Till; Morlok, Franziska: „Extra: Enzyklopädie der experimentellen Druckveredelung“; 1.Auflage; Birkhäuser Verlag; Basel 2009

//Website KAMA GmbH

//Website Vogt Foliendruck GmbH

//Website  Arbeitskeis Prägefoliendruck

//Website Gräfe Druck & Veredelung

//Website Stielow Label & Logistik Partner

//Website Holographie online